Rückblick 2025 und Ausblick 2026
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Webkonferenz Rückblick 2025 und Ausblick MP3
[Sprecher] (0:09 - 0:26)
Herzlich willkommen zum Podcast der Fürst Fugger Privatbank und wir sprechen heute über Trends und Themen die Portfolios 2026 beeinflussen können. Und da freue ich mich ganz besonders, dass Christian Curac hier ist, der hat nämlich richtig Ahnung von den Portfolios, er ist nämlich der Leiter Asset Management des Fürst Fugger Privatbank. Herzlich willkommen, Herr Curac.
[Christian Curac] (0:27 - 0:30)
Vielen Dank für die Einladung, Herr Engelmann. Es freut mich dabei zu sein.
[Sprecher] (0:32 - 0:58)
Also, welche Trends und Themen können 2026, die Wertentwicklung der Portfolios beeinflussen? Das wollen wir uns heute anschauen. Und da gibt es jedes Jahr ein ähnliches Spiel.
Zum Jahresende sagt die Bundesregierung, also nächstes Jahr wird es besser. Und zum Jahresanfang sagt sie, also ich glaube, wir müssen die Prognose ein bisschen zurücknehmen. Das Spiel wird es auch wieder.
Was sagen Sie, wie schaut es mit der Konjunktur aus? Wie sieht es da aus und was ist für 2026 zu erwarten?
[Christian Curac] (0:59 - 1:56)
Ja, also wir schauen tendenziell, wenn wir uns die Wirtschaft ansehen, die globale Weltwirtschaft. Hier sehen wir auf globaler Ebene ein sehr stabiles Umfeld. Also trotz dieser ganzen geopolitischen Handelspolitischen Unsicherheiten soll die Weltwirtschaft 2026 und 2027 mit leicht über 3 % wachsen.
Das entspricht ungefähr den langfristigen Durchschnitt. Und die USA als größte Volkswirtschaft wird auch um 2 % vermutlich wachsen. Und Deutschland wird es jetzt nach einer sechsjährigen Stagnation vermutlich zum ersten Mal schaffen, dass sie dann auch mal wieder wachsen, ob es jetzt dann am Ende des Tages 0,8 % oder 1,1 % sein wird, wird sich dann zeigen. Aber nichtsdestotrotz ist es natürlich auch ein wichtiger Beitrag zur europäischen Volkswirtschaft, dass Deutschland auch mal wieder wächst. Und das sehen wir auch derzeit auch in den guten Gewinnaussichten der Unternehmen, dass sich da dieses globale Wachstum da auch widerspiegelt.
[Sprecher] (1:57 - 2:18)
Dann mit zwei Punkten, die da spannend sind. Auch zum einen die bereitenfeste positive Grundtendenz, die Sie da sehen. Natürlich fällt so eine Konjunktur nicht vom Himmel, die wird von irgendwas getrieben.
Und da würde mich mal interessieren, was diese Treiber der Konjunktur sind. Und Sie haben eben schon die Gewinnaussichten der Unternehmen angesprochen. Gibt es spezielle Industrien, die davon mehr profitieren als andere?
[Christian Curac] (2:19 - 3:53)
Ja, also ein ganz wichtiger Stabilisator der Weltwirtschaft oder insbesondere der US-Wirtschaft war dieses Segment der KI oder künstlichen Intelligenz. Hier wird die Infrastruktur massiv ausgebaut. Letztes Jahr haben die großen sogenannten Hyperscaler, also wie Microsoft Amazon, die halt die großen Data Center bauen, um die 400 Milliarden investiert.
Dieses Jahr sollen es auch mal um die 500 Milliarden Euro sein, nur um das mal in Relation zu setzen. Also das deutsche Fiskalpaket, also das Sondervermögen für Infrastruktur und Klima, beabsichtigt über 12 Jahre 500 Milliarden Euro zu investieren. Also das ist schon eine massive Finanzkraft, die dahinter steckt momentan auch in den USA.
Das ist ein Aspekt, dass aus dem Privatsektor auch sehr viel investiert wird. Aber wie jetzt auch schon erwähnt, es sind viele große Staaten momentan bemüht durch Fiskalpakete, da die Wirtschaft zu stimulieren. In den USA haben wir den „One Big Beautiful Bill“ von Donald Trump, eine Initiative um gewisse Investitionsanteil zu schaffen.
In Deutschland haben wir das Sondervermögen. In Europa gibt es dann auch noch den Next Generation EU Plan. In Japan, China, also momentan alle großen Volkswirtschaften versuchen durch Fiskalpakete da auch die Wirtschaft zu stimulieren.
Und vielleicht noch ein Punkt, wir hatten die letzten Jahre ein sehr hohes Zinsumfeld. Das senkt sich jetzt wieder ein bisschen global, also so dass wir da auch ein recht förderliches Finanzierungsumfeld haben.
[Sprecher] (3:54 - 4:10)
Kommen wir mal ganz kurz auf die Industrien zu sprechen, die davon ein bisschen mehr profitieren vielleicht als andere, wenn jetzt also aus dem privaten Sektor immense Summen auch investiert werden. Irgendjemand baut ja diese Datacenter oder wer, wo fließt das Geld dann hin?
[Christian Curac] (4:11 - 5:01)
Genau, das ist ein sehr guter Punkt. Also man kann sich hier eine ganz schöne Wertschöpfung oder Investmentkette ansehen. Also wir haben natürlich erstmal im IT-Bereich oder KI-Segment, sehen wir sehr große Investments in Datacenter, also so diese ganze Energieinfrastruktur muss gebaut werden.
Davon profitieren Versorger oder Netzbetreiber. Auf der anderen Seite haben wir die fiskalpolitischen Impulse, wo auch die Infrastruktur natürlich verbessert werden soll. Hier sind es ganz klassische Industrieunternehmen, die davon profitieren.
Lokale Bauunternehmen, die dabei helfen, diese ganzen Gebäude natürlich zu bauen. Und ein Punkt, den ich jetzt nicht explizit genannt habe, ist natürlich aufgrund dieser geopolitischen Unsicherheitslage investieren, die meisten Staaten auch wieder verstärkt in Verteidigung und Sicherheit. Also das ist auch wieder ein Segment, das ist davon profitiert.
[Sprecher] (5:01 - 5:13)
Also wir haben auf jeden Fall mal einen Faktor, den wir festhalten können, für 2026 positive Konjunkturtendenz und ihre Auswirkungen. Was haben wir noch für Faktoren, auch die wir 2026 achten müssen?
[Christian Curac] (5:13 - 6:52)
Ich denke, dass die USA natürlich mit Donald Trump das Jahr 2026 sehr stark prägen wird. Er hat es schon vor kurzer Zeit jetzt mit der Grönland-Thematik ja nochmal ein bisschen für Unruhe gesorgt. Dann wieder im ganz klassischen Trump-Stil hohe Forderungen, dann wieder irgendwann zurückgerollt oder zurückgesprungen.
Ein weiterer Punkt ist auch die Neubesetzung des neuen Fed-Vorsitzenden, der im Mai 2026 dann abtreten wird. Diese Personale ist besonders wichtig, weil sie auch die Zins- und Dollar-Erwartungen besonders prägt. Also der einzelne Vorsitzende wird jetzt da keine politischen, aber keine Alleingänge machen können, weil es sind insgesamt 12 Gouverneure, die damit entscheiden.
Aber das wird ein wichtiger Punkt sein. Da kam jetzt auch in der letzten Woche mehr Dynamik rein, mit Kevin Hassett. Das war eigentlich der Top-Favorit, der ein Trump-Loyalist.
Den hätten die Märkte wahrscheinlich am wenigsten gern gesehen, also ungern gesehen. Und jetzt die anderen drei Kandidaten, die noch im Rennen sind. Also ich glaube, das sind recht passable Kandidaten.
Und ein weiterer Punkt ist dann natürlich die Inflation in den USA. Die liegt immer noch recht hoch bei 2,7 %. Hier könnte es sein, dass die vielleicht noch nach oben ein bisschen überschießen könnte, wenn die Zölle da auch stärker mitberücksichtigt werden.
Also das ist noch eine große Unbekannte. Und wir haben auch die Midterm-Wahlen in den USA. Also Donald Trump hat schon angekündigt, er will jetzt auch wieder auf Roadshow gehen. Also es werden jetzt viele politische Sprüche dann auch von seiner Seite vermutlich kommen.
[Sprecher] (6:53 - 7:35)
Ist ja nicht so, dass sonst keine von ihm kommen. Er ist eigentlich auf einer permanenten Roadshow, 12 Monate im Jahr. Und er hat eben die Fed angesprochen, damit ich natürlich auch so ein bisschen die Dollar-Entwicklung zusammen mit dem, was die Fed macht.
Und da sehen wir ein Dollar, der so niedrig steht, wie seit 2021 nicht mehr. Und es gibt auch Investoren, die scheinen sich tatsächlich in größerem Stil aus dem Dollar zurückzuziehen und sich von Dollarbeständen zu trennen. Wie kann sich das auswirken?
Klar liegt nahe, dass man sagt, ja, schwache Dollar ist eigentlich gut für ein Export. Aber ist es tatsächlich so einfach und wer profitiert von einem schwachen Dollar und wer eher weniger?
[Christian Curac] (7:36 - 9:18)
Ja, es ist sehr, sehr verunsichernd. Natürlich so eine Rhetorik auch von Donald Trump, der immer wieder bestätigt. Er möchte eigentlich einen schwachen US-Dollar haben, um damit die heimische Wirtschaft dann auch zu fördern.
Letztendlich hat die USA aber ein hohes Handelsdefizit. Also sie importieren mehr, als dass sie exportieren. Damit versuchte diese Lücke zu schließen.
Ja, kann er probieren, aber letztendlich verunsichert es uns, also uns als Investoren. Wir überlegen dann doch nochmal genauer, ob wir in den US-Dollar investieren wollen. Viele Investoren weichen dann aus oder sichern ihre US-Dollar Investments ab, was dazu noch mal stärker dazu beiträgt, dass der US-Dollar abwertet.
Also tendenziell, ja, also wir als Investoren wären jetzt mal eher die Verlierer oder die Europäischen Investoren. Die exportierenden US-Unternehmen, die viele große Umsätze im Ausland generieren, profitieren davon. Auf der anderen Seite, es sind natürlich auch die deutschen Unternehmen, die sehr viel in die USA exportieren, die verlieren dann wiederum an Wettbewerbsfähigkeit.
Also für Deutschland und für Europa ist ein schwacher Dollar eher schlecht. Energiekosten könnten vielleicht noch zurückgehen. Ja, das stimmt ja.
Und vielleicht noch als Ergänzung. Wir sehen es natürlich an diesem, ja, an dem starken Goldpreisanstieg, dass das gerade ein schwacher US-Dollar spricht auch immer für einen starken Goldpreis. Also das ist tendenziell so, dass wir werden dann auch günstiger, weil die meisten Rohstoffe in den US-Dollar gehandelt werden.
Also das werden vielleicht jetzt mal unterher auch noch so die Profiteure davon, ja.
[Sprecher] (9:19 - 9:34)
Das haben wir schon einige Punkte angesprochen. Wir haben die Konjunktur, wir haben den Dollar, wir haben gerade eben Rohstoffe gestreift. Das wurde wir jetzt gesprochen haben.
Wie wirkt sich das auf die Asset Allocation aus? Also darauf, wie man die verschiedenen Anlageklassen beim Portfolio aufteilt.
[Christian Curac] (9:34 - 11:04)
Ja, also als ersten Effekt haben wir natürlich jetzt diese hohe Volatilität auf der Währungsseite in den USA oder mit dem US-Dollar. Es ist einfach ein wichtiger Markt für uns. Also hier muss man sich bewusst sein oder auch eine Entscheidung treffen, wie aktiv man das US-Dollar diese Kosteuern will.
Wir haben für uns dahingehend die Entscheidung getroffen, dass wir weniger in den US-Anleihen investieren. Wir investieren hier verstärkt dann in europäische Anleihen, weil es da momentan keinen wirklichen Anleihen gibt. Auf der Aktienseite ist es nicht so einfach.
Hier gibt es einfach sehr tolle Unternehmen in den USA. Hier muss man sich bewusst sein, wie man dieses Risiko eingehen will. Auf der anderen Seite, wir haben auch vorher darüber gesprochen, es gibt einfach eine schöne Wertschöpfungskette, die sich momentan aus diesen ganzen Investitionen ergeben.
Hier ganz klassische Industrieunternehmen, Rohstoffunternehmen, Versorger. Das sind momentan die Unternehmen, die davon profitieren, aber natürlich auch die ganzen IT-Unternehmen. Und durch die ganz große Unsicherheit, den schwachen US-Dollar, den gewünschten niedrigen Leitzens in den USA, das sind alles Themen, die momentan auch Rohstoff, insbesondere den Goldpreis enorm anfeuern.
Also Donald Trump rühmt sich ja, er sei der Krypto-Präsident, aber ich glaube, es hat noch kein Präsident, wie er zuvor dazu beigetragen, dass der Goldpreis momentan in diese Sphären gelangt, in dem er sich momentan befindet.
[Sprecher] (11:05 - 11:16)
Es gibt da so eine alte Börsenweisheit, dass man im Goldrausch, den Goldgräbern Schaufeln verkaufen muss. Also wie schaut es bei den Minen-Aktien aus? Da müsste es eigentlich auch ganz gut laufen.
[Christian Curac] (11:17 - 11:40)
Ja, also die Minen-Aktien, die spüren momentan halt Rückenwind von beiden Seiten, also wo zum einen die Edelmetalle Gold, Silber, sind auf Rekordwerten, also auch wenn es jetzt hier mal zum Rücksetzer kommen könnte, sind es immer noch sehr hohe Niveaus, die deutlich über den aktuellen Produktionskosten liegen. Und die Nachfrage nach Industriemeteilen ist ebenfalls sehr groß.
[Sprecher] (11:41 - 12:15)
Also, dann lass uns mal noch einen Blick so ein bisschen in die Regionen der Welt werfen. Wir sind ja schon aus jahrelanger Übung gewohnt, dass man sagen, jetzt kommt der Dax, jetzt kommt der Dax, und dann hängt er doch wieder hinter den US-Indices zurück. Im vergangenen Jahr war tatsächlich der Dax ein echter Performance-Treiber.
Die Frage ist, ob er es dieses Jahr auch wieder ist. Wir neigen jetzt dazu, dass wir doch ein bisschen auf die heimische Börse schauen. Was ist vom Dax zu erwarten?
Und was dürfen wir aus anderen Regionen der Welt erwarten, zum Beispiel in Emerging Markets?
[Christian Curac] (12:16 - 14:27)
Ja, also Deutschland, der Dax hat letztes Jahr 23 % zugelegt, einfach ein sehr starkes Jahr, war auch schön zu sehen, dass sich der Dax mal wieder besser entwickelt hat als die US-Börsen. Ob das dieses Jahr wieder so eintritt, ist schön zu sagen. Zum einen positiv ist es, dass die globale Wirtschaft sehr stabil ist und auf einem stabilen Niveau wächst.
Also bei 80 % der Umsätze der Dax-Unternehmen werden außerhalb von Deutschland erzielt. Also das ist schon mal sehr gut. Sollte der US-Dollar oder der Euro stärker aufwerten, das wäre jetzt mal wieder ein Gegenwind, also weil die Unternehmen dann einer gewissen Wettbewerbsfähigkeit verlieren.
Und wir hatten letztes Jahr auch einen Sondereffekt. Also wir hatten viele starke Einzeltitel, also wie Siemens Energy, eine Rheinmetall, allein die zwei Aktien haben, von diesen 23 % 6 % beigetragen. Also die fünf größten Dax-Unternehmen haben 15 % zu diesen 23 % beigetragen.
Also es ist schon eine sehr hohe Konzentration an guten Unternehmen gewesen. Ob das jetzt wieder dieses Jahr so stattfindet, würde ich jetzt mal bezweifeln. Ich glaube, es ist definitiv kein Selbstläufer, aber tendenziell nach wie vor ein positiver Grundton für den Dax.
Also ich vermute mal nicht nochmal 23 %, ja. Und Sie haben Emerging Markets auch erwähnt, also die sehen wir auch tendenziell echt positiv. Also es gibt momentan sehr stimmiges Bild.
Also wir haben eine stabile globale Wirtschaft, der US-Dollar ist schwach, das ist auch immer recht gut für die Emerging Markets Länder. Die Länder an sich, das sind aber haben sich auch sehr solide aufgestellt eigentlich in den letzten Jahren, also geringere Leistungsbilanzdefizite. Und der wichtigste Punkt für die Börsianer ist, wie hoch sind die Gewinn-Erwartungen der Unternehmen und die Gewinn-Erwartungen sind jetzt auch höher, als in den entwickelten Ländern.
Also dahingehend bieten die Emerging Markets auch ein sehr spannendes Investitionsumfeld. Wir haben in Asien, mit China sehr, sehr spannende Technologie-Unternehmen. Auf der anderen Seite in Lateinamerika auch interessante Banken-Ruhstoff-Unternehmen.
Also so ein sehr schöner Mix aus interessanten Investment-Opportunitäten.
[Sprecher] (14:29 - 14:47)
Jetzt hat aber kürzlich die Deutsche Bankenaufsicht die BAFIN explizit gewarnt vor Marktkorrekturen. Wie passt das jetzt ins Bild? Und wo sehen Sie 2026, einige der Chancen haben Sie schon angerissen.
Wo sehen Sie 2026, natürlich die Chancen und wo sehen Sie potenzielle Risiken?
[Christian Curac] (14:48 - 17:27)
Ja, ich glaube, dass die BAFIN jetzt warnt, das ist natürlich naheliegend. Wir befinden uns auch einfach auf einer Marktphase, in denen die Bewertungen historisch auf einem sehr hohen Niveau sind. Also wir sind deutlich über den durchschnittlichen Bewertungskennzahlen.
Die künstliche Intelligenz hat auch dazu geführt, dass das ein paar wenige Unternehmen riesige Marktanteile mittlerweile haben. Also die haben eine sehr hohe Marktkonzentration. Schauen wir uns eine Nvidia an.
Eine Nvidia hat die von der Marktkapitalisierung ist sie doppelt so groß wie der komplette deutsche Aktienmarkt zusammen. Also sollte dieses Unternehmen sich mal halbieren, dann würde man eigentlich fast den kompletten europäischen oder die deutsche Marktkapitalisierung dann vernichten. Es gibt diese Konzentrationsrisiken, die sind auch berechtigt, weil wie wir jetzt auch in den gestrigen Quartalszahlen gesehen haben von Microsoft, da ist das Cloud-Geschäft mit 40 % oder knapp 40 % gewachsen.
Das war genau im Rahmen der Erwartungen und Microsoft hat 5 % persönlich nachgelassen. Also die Erwartungshaltung an die Unternehmen sind extrem hoch. Also da könnte es natürlich auch zur Überraschung kommen.
Damit das auch alles so weiter funktioniert, müssen natürlich auch diese ganzen Investitionen und ja, also der Aufbau dieser Data Center schnell vorankommen, was auch nicht so einfach zu gewährleisten ist, weil es müssen nochmal 30 Gigawatt an Strom bis 2030 ins Netz dazu genommen werden. Das entspricht ungefähr so 15 bis 20 Kernkraftwerken, wie wir sie jetzt hier in Deutschland kennen. Also das sind schon massive Investitionen, die dann auch zu einer Verzögerung führen können.
Also da denke ich, dieses KI-Thema könnte natürlich zum Risiko werden. Die BAFIN warnt aber natürlich auch insbesondere, glaube ich, hier von Finfluencern und dann Kryptowährungen, die halt natürlich sehr volatil sind. Also ich glaube, das ist dann eher so der Bereich, auf den sich dann die BAFIN fokussiert.
Aber neben diesen Themen sehen wir auch, also diese fiskalpolitischen Initiativen, die sind alle Schulden finanziert. Also die Staatsverschuldung wird in den nächsten Jahren deutlich ansteigen. Wir sehen das auch momentan an den Anleihenmärkten, also die Renditen für lang laufende Anleihen, so 15, 20, 30, 40-Jährige, da haben sich die Renditen auch erhöht.
Also das könnte ein potentielles Risiko darstellen. Und wir sehen auch momentan an etwas schwächeren Arbeitsmarkt, der letztendlich auch so ein bisschen dieses positive Konjunkturbild dann auch trüben könnte.
[Sprecher] (17:28 - 17:41)
Stichwort Anleihen, was würde denn passieren, wenn Markteilnehmer jetzt in größerem Umfang tatsächlich US-Anleihen abstoßen würden? Denn die USA sind ja ohnehin schon ordentlich verschuldet.
[Christian Curac] (17:42 - 19:27)
Ja, das stimmt. Ich vermute jetzt nicht, dass man auf Anhieb jetzt hier im großen Stil dann Anleihen verkaufen würde, weil man sich da zum Teil als Investor natürlich auch selber ins Fleisch schneiden würde. Die Renditen würden aber dann relativ schnell steigen.
Was, was zu gewissen Turbulenzen führen würde, das würde sich auch auf den Aktienmarkt aus, ja, ausbereiten. In dem im Sinne könnte dann die Fed zum Beispiel wieder einspringen und hier Anleihen kaufen. Aber letztendlich würde das dann auch dazu führen, dass die, die, ja, dass die USA ihre Schuldentragfähigkeit dann nicht mehr so gut bedienen könnte, weil natürlich die Renditen steigen.
Aber wenn wir uns jetzt mal konkret die Daten ansehen, also es wird ja gerade in den Medien auch viel von dieser Sell-America-Rhetorik erwähnt, also viele europäische Politiker, die sich auch dazu äußern. Wenn man sich aber die aktuellen Auktionen der US-Staatsanleihen ansieht, da sehen wir so, dass momentan keine Anzeichen gibt. Also es gibt immer so eine Bieterquote, also pro Anleihe sind aktuell 2,5 %, 2,5 mal höher wird geboten.
Also diese Bieterquote liegt bei 2,5. Also es ist doch ein relativ hohes Anlageinteresse, das können wir momentan dahingehend, nicht sehen. Und auch auf den Aktienmärkten, wenn wir uns die Flows ansehen, also in den Aktienmarkt hinein, es wird nach wie vor in den USA investiert, aber deutlich weniger als in den anderen Regionen.
Aber man sieht jetzt keine massiven Abverkäufe. Ich glaube, es ist eher ein hypothetisches Thema. Also ein theoretisch mögliches, aber kein realistisches Thema.
[Sprecher] (19:27 - 19:51) Aber wir halten einmal fest, die Grundtendenz, über die wir, die positive Grundtendenz, über die wir am Anfang gesprochen haben und doch jetzt ein paar Risiken, die wir gesehen haben, aber wenn Sie jetzt praktisch den Ausblick für 2026 und vor allem auch den Blick aufs Portfolio für 2026 kurz zusammenfassen würden, was wäre so ein bisschen Ihre Quintessenz oder vielleicht doch Ihre Empfehlung oder auf den Anleger achten soll.
[Christian Curac] (19:53 - 20:57)
Ja, also ich glaube, wir haben global ein sehr konstruktives Umfeld. Jede Region hat seine gewissen Stärken und Schwächen. Also da sollte man sich da so fokussieren, wo sehen wir hier die Stärken in den USA, sehen wir definitiv die Stärken in dem Bereich der Wachstums Unternehmen, der IT-Unternehmen in Europa haben wir aber momentan auch sehr gut laufende Banken.
Wir haben einen starken Industrie-Sektor einen Rohstoff-Sektor, also hier sollte der Fokus tendenziell auf Europa liegen, auch die Emerging Market bieten hier ein Potpourri an Chancen an, also das mögen wir. Anleihen sind meines Erachtens am jetzt einen Punkt erreicht, wo sie einfach mal wieder als wichtiger Stabilisator als ja erwartbarer Ertragsquelle dazu beitragen. Also da sehen wir das eigentlich eher positiv, aber natürlich die Risiken und es wird nach und vor eine hohe Volatilität insbesondere aus den USA den Markt dann immer mal wieder mal wieder trüben, aber tendenziell sind wir eher positiv gestimmt, aber behalten natürlich die jeweiligen Risiken auch im Allgemeinen auch gerne.
[Sprecher] (20:58 - 21:14)
Herzlichen Dank Christian Curac. Danke, dass Sie da waren. Wir haben über viele Dinge gesprochen, vieles, was dieses Jahr noch wichtig wird oder vielleicht schon wichtig ist und worüber Anleger in unserem Portfolio ein bisschen ein Augenmerk darauf haben sollten.
Vielen Dank, dass Sie da waren.
[Christian Curac] (21:15 - 21:17)
Ja, danke Ihnen Herr Engelmann, hat Spaß gemacht.
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