Diversifikation ist mehr als ein MSCI World

Shownotes

• Warum Diversifikation auch heute unverzichtbar ist
• Einzelwertrisiken gezielt im Portfolio reduzieren
• Anlageklassen erfüllen unterschiedliche Funktionen
• Der MSCI World birgt eigene Konzentrationsrisiken
• Vermögensverwaltung geht eine Ebene weiter

Disclaimer: Alle Inhalte dieses Podcasts dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Unterhaltung. Sie stellen keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die besprochenen Werte oder Strategien sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Wir übernehmen keine Haftung für Verluste, die aus Handlungen auf Basis dieser Informationen entstehen. Mehr Informationen unter www.fuggerbank.de

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00:00:08: Herzlich Willkommen zum Podcast der Fürstfugger-Privatback.

00:00:11: Heute zu Gast Marco Behring, Bereichsleiter Assetmanagement der Fürstefugge Privatback und Hacker Behringen.

00:00:17: Hallo Herr Engelmann.

00:00:19: Eine alte Börsenweisheit sagt ja dass man nicht alle Eier in einen Korb legen soll.

00:00:23: das haben wir sicher alle schon mehrmals gehört.

00:00:25: eine andere wiederum behauptet dass die Flut alle Boote hebt.

00:00:29: also geht man danach.

00:00:30: dann hatten wir in den vergangenen Jahren an der Börse relativ viel Flut und wenig Ebbe denn ist es ja fast alles gelaufen.

00:00:36: Wichtig war, überhaupt investiert zu sein und dabei zu sein.

00:00:40: Und dann ist ja noch die Geschichte mit dem MSI World.

00:00:42: also ich kaufe einen ETF und bin damit quer in der ganzen Welt investiert und damit auch praktisch diversifiziert.

00:00:49: Die Frage ist Ist es wirklich so einfach?

00:00:51: Kleiner Spoiler Nein Es ist nicht!

00:00:53: Und genau darüber wollen wir heute mal sprechen.

00:00:56: Also Herr Bering Heute kommen die Karten auf den Tisch.

00:00:58: Brauche ich heute noch Diversifikation und wenn Ja wie viel?

00:01:03: Ja, Herr Hengelmann.

00:01:04: Das ist eine interessante, sehr spannende Frage und ich glaube das Bedürfnis nach Diversifikationen, das senkt ganz stark auch davon ab was die Anleger in den Jahren davor erlebt haben.

00:01:16: Und ich kann mich jetzt beispielsweise... Auch jetzt kommt wieder die Anekdote.

00:01:20: Sie kennen das.

00:01:21: Ich kann mir noch gut an die Finanzkrise erinnern und auch an die Jahre danach.

00:01:26: Damals gab es bei vielen Anlegern so ein relativ intuitives Verständnis dafür, was Diversifikation eigentlich macht.

00:01:33: Also halt diesen Grundsatz dass man nicht alle Eier in einen Korb legt das man nicht alles auf eine Branche setzt, dass man Nicht ausschließlich auch einer Anlageklasse fokussiert sondern halt den Aktien und den Anleihen und den Gold investiert Und diese einzelnen Anlageklassen hat dann auch tatsächlich bewusst einsetzt um Risiken abzusichern.

00:01:50: Und dieses Verständnis, dass wir damals direkt nach der Finanzkrise hatten.

00:01:55: Dass es damals da war und das ja präsent war.

00:01:58: Das war deshalb so präsente, weil die Krise noch frisch war, weil wir letzten Endes diese Ereignisse, die da mal aus dem Jahr acht waren eben alle noch vor Augen hatten.

00:02:08: Was war im Jahr eight passiert?

00:02:10: Welche Anlageklassen waren da letzten endes die großen Stabilisatoren?

00:02:14: Ja, das war ein Staatsanleihen Und beides übrigens Anlageklassen, die letzten Endes davor also im Jahr sieben als die Aktiemärkte von hoch zu hoch liefen und die Alten dort komhos aus den zweitausend also aus Anfang zwei Tonnen angelaufen haben eher nicht gebraucht bzw.

00:02:33: eher unbeliebt waren.

00:02:36: Das heißt das positive des was Diversifikation wertvoll macht, dass hat man damals, am eigenen Leib erfahren mit Blick auf das Portfolio begreifen können.

00:02:47: Aber es ist natürlich völlig verständlich und da komme ich jetzt zu Ihrer Frage zurück, dass hier länger beispielsweise eine Anlageklasse oder eine Branche einfach gut läuft.

00:02:57: Dass so mehr verändert sich dann dieses Gefühl?

00:02:59: Und auch die Wahrnehmung vielleicht für gewisse Risiken.

00:03:01: und dann sagt man halt naja, völlig menschlich fragt man sich tauchte ich eigentlich noch an in Portfolio?

00:03:09: oder warum habe ich eigentlich Gold im Portfolio?

00:03:11: Gold zahlt keine Zinsen und keine Dividenden.

00:03:14: Warum investiere ich jetzt nicht beispielsweise in die Branchen, die laufen wie so?

00:03:18: habe ich irgendwelche Aktien aus langweiligen Branchen die gerade gar nichts gut gehen.

00:03:23: Und das ist eine absolut berechtigte Frage.

00:03:26: und da sind wir aber vielleicht auch tatsächlich beim Kernbereich dessen was Diversifikation an dem Ausmacht.

00:03:32: weil Diversification Die ist in guten Marktphasen, die wirkt den guten Marktfasen total überflüssig.

00:03:38: Da denkt man sich was soll schon schief gehen?

00:03:41: und erst dann wenn letzten Endes wirklich etwas schiefläuft, da merkt man dass man sie gebraucht hätte.

00:03:46: das so ein bisschen die Crux bei der Diversifikation.

00:03:50: Wir sprechen ja heute darüber ob ich diversifikation brauche Und dann nehme ich einfach mal den Ball auf und frag Sieht es denn so aus als könnte was schiefgehen?

00:04:01: Lassen Sie mich das mal so beantworten.

00:04:03: Ich bin jetzt mittlerweile seit siebzehn Jahren professionell an der Börse und eigentlich schon seit meinem zwölften Lebensjahr begeistert, da Börsianer und in der Summe sind es jetzt dann mittlerweile auch schon rund dreißig Jahre, indem ich an der börse unterwegs bin und die Börser verfolge.

00:04:19: Und wenn ich eines in diesen letzten dreizig jahren gelernt habe, dann ist es dass eigentlich in jedem Jahr irgendetwas hätte schief gehen können Irgendetwas gab es immer, was das Potenzial gehabt hätte, dass die Märkte letzten Endes in Probleme bringt.

00:04:34: Und heute ist es zum Beispiel das Thema geopolitische Konflikte.

00:04:38: Dann haben wir das Thema, dass wir einen relativ schwer berechenbaren US-Präsidenten haben, der auch immer mal wieder mit einer oder anderen Überraschung um die Ecke kommt.

00:04:48: Das Thema Wachstum.

00:04:49: Zumindest in Europa haben wir jetzt noch nicht gerade eine blühende Konjunktur Und das Thema hohe Staatsverschuldung komplettiert die ganze Konstellation noch.

00:04:57: Das sind alles Themen, bei denen natürlich durchaus irgendwann in der Perspektive mal etwas schiefgehen kann oder halt auch nicht.

00:05:03: Aber und das ist glaube ich vielleicht auch der ganz entscheidende Punkt und deshalb war es jetzt eine gute Zwischenfrage.

00:05:10: Wenn ich mein Vermögen vernünftig und breite diversifiziert habe dann muss sich im Zweifelsfall gar nicht ganz genau wissen welche dieser Risiken zum Beispiel der Risiken, die ich jetzt gerade ausgiziert habe sich am Ende in der Realität materialisieren.

00:05:25: oder wenn sie es anders ausdrücken wollen eine breite Streuung einer Diversifikation.

00:05:31: Der Herr ist eben gerade nicht darauf angewiesen zu sein mit einer einzigen Prognose richtig liegen zu müssen.

00:05:37: und das ist ein bisschen auch das Geheimnis oder das Schöne an der Diversification.

00:05:41: also verstanden Ich muss diversifizieren.

00:05:43: Das nehme ich jetzt mal mit.

00:05:45: aber was bedeutet das denn eigentlich?

00:05:47: breit diversifiziert zu sein.

00:05:48: Also ich habe jetzt irgendwie zwei Dutzend, drei Dutzende Aktien in meinem Depot.

00:05:53: Bin ich dann schon breitdiversifiziert?

00:05:56: Ja kann man so sagen.

00:05:57: also man kann sich der Sache total Wissenschaft nähern und das sollte man vielleicht noch ein bisschen machen.

00:06:02: In der Portfoliotheorie da gibt es zwei Arten von Risiko.

00:06:05: Das ist einmal das systematische Risiko und dann gibt's die Wissenschaft des unsystematischen Risikos.

00:06:12: Und das klingt jetzt erstmal total kompliziert aber eigentlich relativ leicht.

00:06:16: Das unsystematische Risiko ist das Risikro, dass bei einem einzigen Unternehmen irgendetwas schiefläuft.

00:06:23: Also beispielsweise ein Produkt, das dieses Unternehmen herstellt.

00:06:26: Es funktioniert nicht.

00:06:28: der Wettbewerber dieses Unternehmens wird besser oder der Wettebewerb generell wird besser und überflügelt dieses Unternehmen.

00:06:35: Das Management macht Fehler oder das Geschäftsmodell verliert generell in irgendeiner Weise an Bedeutung und solche Dinge ist das unsystematische Risiko.

00:06:45: Und genau dieses unsystematicche Risiko, das kann man durch Diversifikation stark reduzieren.

00:06:52: und wenn ich beispielsweise dann nicht ein oder zwei Aktien halte, zwanzig, dreißig oder vierzig wie von Ihnen jetzt gerade angesprochen, dann gefährdet mich diese eine Fehlentwicklung dieses einzelnen Unternehmens viel weniger als wenn ich nur einen oder zwei Titel im Portfolio habe.

00:07:10: Jetzt kommt es Spannte.

00:07:13: Die Wissenschaft zeigt, dass man bereits mit einer relativ überschaubaren Anzahl an Aktien einen großen Teil dieses unternehmensspezifischen Risikos reduzieren kann.

00:07:22: Also dieses unsystematische Risikus und je nach Untersuchung werden da zwar unterschiedliche Zahlen genannt aber in der Regel reichen fünfzehn bis vierzig Aktien aus um eben genau dieses unssystematische unternehmes spezifische Risiko weg diversifizieren.

00:07:36: Logischerweise sollten es natürlich das ist jetzt der Disclaimer den man setzen muss Sollten das natürlich jetzt nicht fünfzehn bis vierzig Aktien sein, die alle aus der gleichen Branche kommen?

00:07:45: Da sollte man natürlich in der Regionale und auch eine Branchensträume entsprechend mit drin haben.

00:07:51: Aber ich habe ja von zwei Risiken gesprochen und schauen wir uns vielleicht der Vollständigkeit teilweise noch mal die zweite Form des Risikos an.

00:07:58: Das ist das systematische Risiko.

00:08:01: Das nämlich viel spannender!

00:08:02: Was ist das Systematische-Risiko?

00:08:05: Das systematische Risiko ist, kann man eigentlich vereinfacht sagen das allgemeine Marktrisiko.

00:08:09: Also beispielsweise eine Rezession oder eine Finanzkrise oder irgendein anderes geopolitisches Krisen-Event oder ein allgemeiner Einbruch am Aktienmarkt.

00:08:20: und genau dieses Risiko, das bekomme ich eben nicht dadurch weg dass sich statt dreizig Aktien jetzt beispielsweise hundert Aktien hat wenn der gesamte Aktienmark fällt zum Beispiel, dreizig Prozent.

00:08:33: Und durch mein Portfolio aller Aktien die dieser Aktienmarkt hat habe, dann ist mein portfolio trotzdem dreißig Prozent im Minus und wir so erzähle ich Ihnen das gerade für unsere Kunden ist Die Beherrschung dieses systematischen Risikos eine ganz ganz ganz entscheidender Punkt Wenn Sie so wollen.

00:08:52: die Beherrschen des unsystematischen risikos also spricht die beherrschung des Risikostes war einem Titel Irgendetwas schief geht dass es Pflicht Aber die Kühe als Vermögensverwalter ist es eben auch dieses thematische Risiko zu beherrschen.

00:09:06: Und wir sprechen ja häufig über das größere Vermögen, die auch über viele Jahre und sogar über Generationen aufgebaut worden sind.

00:09:14: Da ist es natürlich ganz wichtig dass das erhalten bleibt und dass diese Vermöge das Potenzial halt auch weiterentwickelt werden.

00:09:21: Und da geht es dann häufig auch tatsächlich nicht darum, jetzt am Aktienmarkt den letzten Euro Rendite rauszupressen.

00:09:27: Sondern dann geht's eben darum dieses systematische Risiko von dem ich vorhin gesprochen habe Beherrspazumachen.

00:09:33: Aber um genau dieses Risiko und jetzt kommen wir zum Punkt Um genau diese systematischen Risiko Beherrspar zu machen Da muss sich als Vermögensomalter oder da muss ich als Anleger an Schritt weitergehen auch andere Anlageklassen, andere Bausteine die ich zumischen kann.

00:09:52: Also beispielsweise Anderein oder Gold und ja manchmal eben auch Liquidität.

00:09:58: Das ist ein ganz spannender Punkt den Sie da gerade ansprechen praktisch wie man mit dem systematischen Risiko umgeht indem man sich überlegt welche Anlage Klassen man im Depot hat und das würde mich mal interessieren welche Aufgaben in Anführungszeichen?

00:10:12: haben denn dann die einzelnen Anlageklassen im Depot?

00:10:15: Was machen diese unterschiedlichen Bausteine, mit denen man sie an den Depot zusammensetzt.

00:10:20: Ich glaube am besten versteht man die Funktion dieser einzelnen Bausteinen wenn man in die Historie schaut.

00:10:27: Wenn wir uns jetzt beispielsweise die, nehmen wir mal die letzten von rund zwanzig Jahre, dann waren Aktien sehr häufig einfach die beste Anlageklasse aber eben halt nicht immer so.

00:10:40: Und besonders interessant sind natürlich dann genau die Jahre, in denen an den nacksten Märkten es eher schwierig war.

00:10:47: und nehmen wir jetzt beispielsweise mal wirklich ein paar Zeiträume raus.

00:10:50: Nehmen wir beispielsweise mal das Jahr zwei Tonzeins.

00:10:53: Damals waren wir mitten im Platz von der Dotcom Glase.

00:10:56: Die Weltkonjunktur schwächelte und dann kam zusätzlich und top noch die Anschläge vom elften September und in derzeit.

00:11:03: da verlor Dynastik ein Hundertdreisig Prozent aus dem Jahr Zwei Tonzen Eins diesem Jahr, also die beste Anlageklasse?

00:11:12: Naja langweilige Unternehmensanlagen mit einem Plus von gut zehn Prozent.

00:11:16: Also da sieht man schon was eine gewisse Streuen gebracht hätte.

00:11:20: oder nehmen wir zwei Tausendzwei das dritte Verlustjahr der Dot-Com Krise.

00:11:23: Der Next Deck ein Hundert verlor damals nochmal und zwar achtunddreißig Prozent.

00:11:27: Deutsche Aktien waren auch ziemlich betroffen.

00:11:31: Die verlorenen vierundvierzig Prozent und gleichzeitig stiegen Brotstoffe um gut zwölf Prozent Gold kriegt um fünf Prozent zu und auch Staatsanlagen im Plus.

00:11:39: Und was will ich jetzt damit sagen, wer andere Bausteine in genau dieser Phase beigemischt hätte?

00:11:44: Also andere Bausteine als Aktien.

00:11:47: Der konnte zumindest so ein Teil dieses Schmerzes, der halt sonst da gewesen wäre wenn man sonst nur einen Aktien investiert gewesen werde abfedern.

00:11:55: und noch deutlicher sieht man das übrigens wenn man sich zum Beispiel des Jahr Ich habe es mir extra notiert, ich habe es mich extra noch mal nachregistiert.

00:12:04: Oder welche Aktien verloren im Jahrefinanzkrise?

00:12:07: Im gesamten Jahr ist das rund acht Vierzig Prozent.

00:12:10: Gleichzeitig stiegen Staatsanleihen also Kurse von Staatsanlagen in dem Jahr um fast zwanzig Prozent.

00:12:14: Hintergrund war dass die Zentralbanken auf die sehr schwierige konjunkturelle Situation reagiert haben, die Zinsen reduziert haben und das führt dann ja dazu, dass die Staatsanleihe also Kurze von Staats Anleihen eben entsprechend steigen.

00:12:29: Jetzt kennen Sie das ja schon, Herr Engelmann.

00:12:31: Ich arbeite auch gerne mit absoluten Zahlen.

00:12:33: Deshalb machen wir das jetzt mal an einem Beispiel ganz plastisch, nehm ich mir zwei tausend acht Mal raus.

00:12:37: Angenommen ein Anleger hätte im Jahr zwei Tausend Acht eine Million Euro in europäische Aktien investiert gehabt, also hundert Prozent Aktienquote.

00:12:44: am Ende des Jahres hätte der vierhunderttausend Euro verloren gehabt.

00:12:48: und jetzt nehmen einen anderen Anlegger.

00:12:49: Angennommen dieser andere Anlegarter hätte gesagt naja ich bin ein Freund der Aktie aber ich mische noch Staatsverleihen bei.

00:12:55: Dann sagen wir jetzt mal, dieser Anleger hätte eine sechzigprozentige Aktienquote gefahren.

00:13:00: Also siebzig Prozent in europäischen Aktien gehalten also etwa siebenhunderttausend Euro und dreihunderttaussend Euro hätt er eben entsprechend diversifiziert in Staatsanleihen investiert gehabt.

00:13:10: In Staatsanlagen von Industrienationen also das sicherste vom sicherten.

00:13:14: Und was wäre da passiert?

00:13:15: Naja mit seinen Aktien mit den Siebenhundertausend, da wäre eher gut vierzig Prozent im Minus gewesen aber mit seinen dreihundert tausenden Euro in Staatsanneilen der Hätte halt fast bis zu zwanzig Prozent Plus gemacht.

00:13:28: Und in der Konstellation hätte er dann über das Gesamtportfolio, dann eben nicht wie die andere Anleger fast vierhunderttausend Euro verloren sondern eben nur roundabout zweihundertzwanzigtausende Euro.

00:13:41: und sicher ist immer noch unangenehm.

00:13:43: absolut aber emotional ist es möglicherweise ein gewaltiger Unterschied ob man Vierhundert oder Vierundfünfzigtausenden Euro minus oder halt nur zweihundertausend Euro.

00:13:54: Das heißt, mit dreißig Prozent weniger Aktienquote hätte er mehr oder weniger fünfzig Prozent weniger Verlust gehabt, weniger Schmerz aushalten müssen.

00:14:05: Für viele Anleger ist das halt tatsächlich ein ganz guter Trade-off und genau deshalb hat Diversifikation aus meiner Sicht eigentlich wenn man es streng genommen sieht zwei Funktionen.

00:14:15: erstens Ganz klar, es haben wir gerade herausgearbeitet.

00:14:17: Die schützt das Portfolio und zweitens – und das ist vielleicht sogar wichtiger – sich schützst ein Stück weit auch den Anleger vor sich selber.

00:14:26: Denn wenn ich in der Krise die Emotional aushalten kann, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr viel größer, dass ich investiert bleibe und dass wirklich die eigentliche Aufgabe von diesen unterschiedlichen Bausteinen nämlich so eine Konstellation herzustellen, dass der Anleger investiert bleibt.

00:14:45: Dass das Risiko beherrschbar bleibt.

00:14:47: und ja um Ihre Frage jetzt komplett abzurunden naja die Bausteine was sollen die Aktien ganz klar Rendite bringen?

00:14:55: Sie sollen langfristige Rendite wirtschaften anleihen können aber in gewissen Krisen absolut stabilisieren sie.

00:15:01: hier beispielsweise Gold kann wiederum in anderen Krisenzeiten eben entsprechend performen.

00:15:08: Liquidität schafft Sicherheit und schafft Handlungsfähigkeit, ganz wichtig – das ist vielleicht auch noch mal ein Punkt, den man durchaus ansprechen muss – nicht jeder Baustein muss jedes Jahr gebinnen.

00:15:20: Entscheidend ist das Gesamtportfolio auch dann eben noch funktioniert wenn ein einzelner Bausteine total schlecht läuft wie beispielsweise im Jahr.

00:15:30: Das Beispiel, das Sie gerade eben gebracht haben und auch das was sie gerade eben sehr anschaulich geschildert haben.

00:15:35: Das beruht

00:15:36: ja

00:15:36: letztlich auf der Annahme der, ich denke jetzt ein bisschen technisch, der negativen Korrelation von Anlageklassen.

00:15:43: also platt gesagt wenn die eine runtergeht geht die andere nicht runter weil die nicht unmittelbar zusammenhängen.

00:15:48: Das ist soweit die Theorie.

00:15:50: Jetzt haben wir allerdings von dem Jahr zum Jahr, das wir jetzt gehen.

00:15:55: Wir haben erlebt, dass diese negative Korrelation durchaus kein Naturgesetz ist und dass es auch mal anders sein kann.

00:16:03: Aktien und Anleihen sind gleichzeitig nach unten gerauscht.

00:16:06: Da ging es natürlich los mit ADIM oder eine Portfoliotheorie nach Markowitz ist tot, Diversifikation braucht keinen Mensch mehr.

00:16:13: also was bringt jetzt Diversification wenn plötzlich mehrere grundlegende Anlageklassen fallen?

00:16:20: Ja, das ist nochmal ein wichtiger Punkt und den Punkt muss man tatsächlich auch betonen.

00:16:25: Also Diversifikationen ist keine Vollkastdicherung.

00:16:29: Es gibt keine Regel die besagt wenn Aktien fallen dann müssen Anleihen steigen oder Wenn Aktien und Anleihen fallen dann muss automatisch Gold steigen.

00:16:38: so einfach funktioniert der Kapitalmarkt leider nicht.

00:16:41: Und ja, zwanzig zweiundzwanzig war dafür echt ziemlich gutes Beispiel.

00:16:46: und übrigens wir hatten damals Eine Kombination, die Vermögensverwalter total hassen.

00:16:52: Wir hatten erstens eine massive Inflationswelle, zweitens stark steigende Zinsen eben weil die Zentralbanken auf diese Inflationwelle reagieren mussten.

00:17:01: Drittens hat man noch das Thema Geopolitik in der Ukraine und viertens gleichzeitig die konjunkturelle Unsicherheit aus den vorgenannten Punkten heraus entstanden ist.

00:17:14: Das war der Perfekt Storm.

00:17:16: Exakt!

00:17:19: Wenn das passiert, dann haben sie sehr unglückliche Vermögensverwalt davor.

00:17:23: Ich gab es übrigens schon mal diese Phase in den Siebzigerjahren aber kommen wir vielleicht später auch nochmal drauf.

00:17:28: Aber was ist da passiert?

00:17:31: Also die Achsen gerieten unter Druck wegen dem... Zinsen, die da gestiegen sind.

00:17:34: Die Anleihen verloren entsprechend weil die existierenden Anleinen mit den niedrigen Kupons plötzlich nicht so viel wert waren.

00:17:42: das heißt auch da hatte man keinen Spaß mit den Anlein und damals hatten wir letzten Endes eine Situation, die sowohl Aktien als auch Anleyen erwischt hat.

00:17:51: Das war wirklich kein Spaß Und der sonst so klassische Stabilisator, dem man in solcher Konstellation hat ist halt da weggefallen.

00:18:00: Jetzt ist natürlich die berechtigte Frage Heißt es jetzt und es klang ja an, dass Diversifikation jetzt vielleicht auch in Zukunft gar nicht mehr funktioniert.

00:18:11: Und ich würde sagen nein im Gegenteil.

00:18:13: denn selbst wenn man Richtung zwanzig-zwanzig schaut und auch da noch mal genauer hinschaut dann gab's auch damals Gewinner Rohstoffe.

00:18:21: zum Beispiel waren zwanzich-zwanzig eine der Anlageklassen die ein Plus war.

00:18:26: Ich greife mir das Beispiel mit den Rohstoffen auf brauche ich vielleicht Diversification?

00:18:33: Sie haben eben gesagt, es ist keine Vollkaskurversicherung.

00:18:35: Also das kann man nicht davor schützen, dass auch mal nach unten geht.

00:18:40: Aber braucht die Diversifikation auch um dabei zu sein?

00:18:43: Weil ich nicht weiß was erstes wieder hochgeht.

00:18:47: Ja also im Endeffekt sind wir da bei einem ganz wichtigen Verständnis von Diversification.

00:18:51: als Vermögensverwalter versuchen wir nicht im Portfolio zu bauen, bei dem wir vorher wissen welcher Baustand quasi dann in der nächsten Krise oder dann im nächsten Zyklus entsprechend gewinnt.

00:19:02: Da müssen wir im Zweifelsfall auch gar nicht diversifizieren.

00:19:05: Und deshalb bedeutet ja eigentlich Diversifizierung, dass man Vermögen möglichst so robust gegenüber eben vielen unterschiedlichen Szenarien aufstellt, dass weder die Kunden noch mal selber als Manager offen falschen Fuß erwischt wird.

00:19:18: Jetzt müssen wir nochmal ganz kurz in eine Aktienklasse ein bisschen einsteigen.

00:19:21: Denn wir hatten am Anfang das Beispiel, ich hatte den MSR World genannt und dass man also einen breitgestorhtes Aktienportfolio hat und sowas... Gleift man das einfach mal auf?

00:19:31: Also wir haben einen globalen Aktienindex wie den MSCR World und der umfasst ja ZIG-Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern und Branchen.

00:19:38: Ist damit Diversifikation im Prinzip schon erledigt oder lohnt es sich tatsächlich da auch mal reinzuschauen, was sind das eigentlich für Aktien die da drin sind?

00:19:48: Reicht es meinen Aktienanteil im Prinzip über ein MSCR world abzubilden?

00:19:52: oder muss ich dann nochmal bisschen genauer hinschauen?

00:19:54: Was ich denke gerade als Vermögensverwalter lohnt sich da ein genauerer... Denn breit gestreut bedeutet er jetzt nur nicht automatisch, dass ein Portfolio beispielsweise gar keine Konzentration enthält.

00:20:08: Und in klassischer Weltindex wie jetzt beispielsweise gerade dieser MSC-Aberhalt zum Beispiel der gewichtet Unternehmen im Wesentlichen nach ihrer Marktkapitalisierung und das bedeutet was an der Börse besonders stark steigt oder gestiegen ist.

00:20:22: es bekommt mit der Zeit dann automatisch auch in diesem Index entsprechend ein höheres Gewicht.

00:20:27: Und genau diesen Effekt kann man historisch übrigens nicht nur aktuell, wo die USA einen hohes Gewicht haben.

00:20:33: Sondern den kann man auch historisch schon sehen.

00:20:35: Wir machen mal ein Beispiel Ende der achtziger Jahre war beispielsweise Japan nach einem unglaublichen Börsenboom eine der dominierenden Bestandteile im MSCI World war größer als die USA.

00:20:48: Der japanen Anteil lag damals bei vierzig Prozent was für die damalige Zeit wirklich viel viel war.

00:20:54: und Was ist dann passiert?

00:20:56: Naja dann platzte die japanische Blase und das ging ja erst, zwanzig vierundzwanzig durch die Presse.

00:21:02: Es hat dann vierunddreißig Jahre gedauert bis der Nikkei letzten Endes des Hoch von damals Anfang der Neunzigerjahre wieder erreicht hatte.

00:21:11: Und übrigens interessant diese schwäche Phase des MSCI Wörl, die dann ab den neunzigen Jahren so bis dreineinzig-vierneunzig vorhielt, die kam daher dass in diesen ersten vier Jahren dieses Übergewicht, das wir vorher im Index hatten.

00:21:26: Dieses über Gewicht von Japan erst abgebaut werden musste.

00:21:29: Die US-Aktionierende derzeit deutlich bessere MSCR World hat damals zum Beispiel den Länderindex S&P-Fivehundert deutlich anderperformt.

00:21:38: und wie ist es jetzt nun heute?

00:21:40: Na ja, heute haben wir eine andere Situation.

00:21:41: Heute dominieren die Vereinigten Staaten eben diesem Index und das Interessante ist innerhalb wiederum einige sehr, sehr große Technologieunternehmen.

00:21:53: Und bitte jetzt nicht falsch verstehen dafür gibt es auch sehr gute Gründe das so ist.

00:21:58: aber dennoch glauben wir dass genau hier genau an dem Punkt vielleicht dann auch Das aktive Management in einem gewissen Mehrwert leisten kann und zwar weniger indem wir jetzt behaupten dass wir besser wissen welches Land und welche Aktien morgen gewinnt sondern eher indem er als Vermögensverwalter Konzentration erkennen können Und uns halt bewusst auch die Freiheit nehmen können zu entscheiden, wie viel Konzentration und vor allem welche Konzentation in welcher Region wir aus Risikogesichtspunkten für das Gesamtvermögendes cool angemessen halten.

00:22:30: Oder wenn Sie es anders ausdrücken wollen, ein Index der sagt nicht, siebzig Prozent USA so ist es nämlich aktuell sind mir zuviel.

00:22:39: Der bildet stumpf die aktuelle Struktur der Aktien in diesem Index ab.

00:22:43: Als Vermögensverwalter haben wir aber den Luxus und können sagen, wir möchten weiterhin an diesen erfolgreichen Unternehmen in den USA totalig bleiben.

00:22:51: Aber vielleicht halt nicht mit siebzig Prozent wie es der MSI World tut sondern eher mit fünfzig Prozent oder halt mit vierzig Prozent und dafür können wir dann andere Regionen eben entsprechend stärker berücksichtigen.

00:23:02: Ich

00:23:03: bin sicher, dass wir dieses Gespräch noch mal führen sollte irgendwann die KI-Blase von der manche sagen das sie gar nicht gibt.

00:23:08: Andere sagen sie droht zu platzen tatsächlich platzt.

00:23:11: dann haben wir nämlich genau das was ich da ansprechen habe.

00:23:13: Aber ich muss kurz auf das eingehen was Sie vorhin gesagt haben in den in den neunziger Jahren.

00:23:19: es muß dann erst einmal Japan abgebaut werden was lang dominant war im world.

00:23:24: aber das heißt doch am ende schon Die Gewinneraktien setzen sich letztendlich durch und die Gewinneraktien sind dann auch in diesem Index stark repräsentiert.

00:23:33: Und es ist nicht eigentlich genau das, was ich will, dass die gut performenden Werte, die sind abgebildet und die anderen fallen nach unten raus.

00:23:40: Also ich bin sicher, dass wenn sie einmal am Tag als Vermögensverwalter, dass man sagt, brauche ich denn da überhaupt noch ein aktives Management oder eine Vermögenverwaltung?

00:23:48: Das macht doch der Index ganz prima!

00:23:51: Ja, absolut.

00:23:52: Und das muss man auch ganz klar sagen.

00:23:54: ETFs sind ganz hervorragende Anlageinstrumente.

00:23:58: Erstens die sind kostengünstig.

00:23:59: Zweitens, die sind völlig transparent.

00:24:02: Drittens, die in Hochliquide breit einsetzbar.

00:24:05: und ja sie besitzen diesen fast schon magischen Mechanismus den ich grundsätzlich total sinnvoll finde nämlich Gewinner werden größer Unternehmen deren Marktkapitalisierung steigt kommen automatisch ein höheres Gewicht und es sind ja in der Regel dann auch wirklich die erfolgreichen Unternehmen.

00:24:21: Und Unternehmen verlieren, die werden kleiner und fallen dann halt auch irgendwann aus dem Index raus.

00:24:28: Und auch davon gibt es ja viele Beispiele.

00:24:30: Nee, Nokia Blackberry

00:24:31: etc.,

00:24:32: pp.

00:24:34: Das ist zunächst mal natürlich ein total intelligenter und effizienter Mechanismus.

00:24:40: Ja, deshalb setzen wir selbstverständlich auch ETFs in der Vermögensverwaltung ein.

00:24:44: aber ein ETF beantwortet nur einen kleinen Teil der Fragen von unserem Kunden beispielsweise gestellt bekommen und die wir beantworten müssen.

00:24:54: Ein MCI World ETF, der beantwortet ja eigentlich eher die Frage wie investiere ich breit gestreut in einen globalen großen Aktienindex?

00:25:04: Und da gibt darauf ja durchaus eine gute Antwort.

00:25:07: aber was halt so ein ETF im Endeffekt ja nicht macht ist dass er beispielsweise die Frage stellt wie hoch sollte eigentlich die generelle Aktienquote meines Portfolios sein?

00:25:19: zum Beispiel Wie viel Risiko kann ich und möchte ich tragen?

00:25:23: Vor dem Hintergrund vielleicht meiner Lebensumstände, vor dem Hinter Grund meines Alters.

00:25:29: Vor dem hintergrund meines ganz individuellen persönlichen Risikoprofils?

00:25:33: oder der beantwortet auch nicht die Fragen wie viele Anleihen brauche ich oder welche Rolle sollte Gold in meinem Portfolio spielen?

00:25:39: Wieviel Liquidität benötige ich?

00:25:41: Und was mache ich wenn sich beispielsweise Marktbedingungen in irgendeiner Weise fundamental verändern?

00:25:45: und genau dort beginnt für uns die Vermögensverwaltung eben nicht bei der Frage ETF oder aktives Management, sondern eigentlich wenn sie so wollen eine Ebene drüber.

00:25:55: Also wir strukturiere ich das gesamte Vermögen meines Kunden.

00:25:58: welche Risiken gehen wir ein mit dem Kunden?

00:26:00: Welche Risiken möchten wir ganz bewusst begrenzen?

00:26:03: möchte der kundebewusst begrenzten?

00:26:05: und welche Instrumente sind ja im Endeffekt am besten dafür geeignet?

00:26:09: Und Ja manchmal ist es in aktiver Form.

00:26:11: Manchmal ist es eine Einzelakze, manchmal ist Es eine Anleihe und manchmal Ist es auch ein ETF.

00:26:16: Und lassen Sie mich das sagen, deshalb sehen wir ETFs überhaupt nicht als Gegenentwurf zu einer Vermögensverwaltung.

00:26:22: Im Gegenteil, ETF sind ein Werkzeug, dass wir nutzen können genauso wie Einzelaktien, genauso wie Renten und Anleihen genauso wie Gold oder eben entsprechend Liquidität ist es also ein Teil des Werkzeugkaufers des Vermögenverwalters.

00:26:36: und so sehen wir die ETFs und nutzen sie natürlich da was Sinn macht.

00:26:41: aber es gibt auch Konstellationen.

00:26:42: muss man darüber hinaus denken Teil des Jobs als Vermögensverwalter.

00:26:49: Dann fasse ich mal zusammen, was ich heute mitgenommen habe aus unserem Gespräch Herr Bering also die moderne Portfolio Theorie freut sich beste Gesundheit sie lebt und ist nicht tot und die Diversifikation genauso wenig.

00:27:02: Sie hatte ein bisschen Schwere Zeit zwanzig zweiundzwanzig aber auch da.

00:27:06: Man hat die Rohstoffe, die Erde der Diversifikation gerettet und dafür gesorgt, dass Verluste nicht ins Endlose gegangen sind.

00:27:12: Es lohnt sich immer, sich beraten zu lassen und ein Portfolio aus mehreren Assetklassen, aus mehrern Anleigeklassen zusammenzubauen, je nachdem wie es einem gut tut und nicht alles auf eine Karte zu setzen.

00:27:24: habe ich das richtig mitgenommen Herr Bering?

00:27:27: Perfekt zusammengefasst.

00:27:28: Wunderbar!

00:27:29: Dann kriege ich ein Fleißkärtchen und bedanke mich ganz herzlich und danke, dass Sie da waren und es erklärt haben wie diversifikation funktioniert

00:27:38: und warum sie auch heute noch sinnvoll ist.

00:27:44: Danke.

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